Traditionalität und europäische Dynamik – Eine Reise durch Polen (2.Teil – Warschau)

Warschau (Freitag – Sonntag)

Freitags ging die Reise dann per Zug nach Warschau weiter. Als ich mich dem Dworecz Glowny in Danzig näherte, stieg bereits meine Vorfreude auf das, was mich gleich erwarten würde. Ich stellte mich auf einen Zug ein, der dem Eurocity glich, den ich im Frühjahr von Berlin nach Prag verwendet hatte. Mit Old School-Einrichtung, bequemen Sitzen, großem Spreisewagen mit freundlichem, weißhaarigem Kellner, günstigem polnischen Bier und Gulaschsuppe für wenige Zloty. Ich sollte mich irren.

Die Zugreise glich eher derjenigen, als ich mit meinem Reisepartner Johannes in der Business Class des auf ICE-Technik basierenden сапсан („Sapsan“, dt. Wanderfalke) von Sankt Petersburg nach Moskau reiste. Nun fuhr in Danzig ein neuwertiger High-Tech-Zug der Firma Alstom ein, der genauso gut als TGV eingesetzt sein könnte. Meine Überraschung war groß. Da ich eine Sitzplatzreservierung hatte und der Zug nicht wirklich frequentiert war, konnte ich mich auf ein angenehmes Reisen einstellen. Ich genoss die Fahrt, schaute mir die zunehmend hügeliger werdende Landschaft im südlichen Pommern an und studierte meinen Reiseführer, um Anhaltspunkte zu finden, womit ich meine Zeit in Warschau verbringen könnte. Als besonderen Service wurde während der Fahrt gratis Kaffee serviert, der jedoch nahezu ungenießbar war und mir umgehend auf den Magen schlug. Einen schlechteren Kaffee hatte ich zuvor lediglich an Bord der American Airlines-Maschine von Dallas/Fort Worth nach London-Heathrow im Sommer getrunken. Ich erinnerte mich unweigerlich an den Bordservice in Russland, als ein Kaffee mit ähnlich schlechter Qualität zusammen mit einem trockenen Putenbrustsandwich gereicht wurde. Nach etwas mehr als drei Stunden erreichten wir die polnische Hauptstadt. Der Zug fuhr durch mit Plattenbauten durchzogene Vororte und überquerte die Weichsel. Aus dem Fenster konnte ich eine unbestimmte Menge seelenloser Bürotürme mit Glasfassade erkennen. Das hatte ich hier so nicht erwartet.

Nach der Ankunft am Hauptbahnhof machte ich mich auf den Weg zum Hostel. Der Weg führte mich vorbei an Warschaus Wahrzeichen, dem von Stalin spendierten Technik-Museum, dessen etwas kleinere Kopie ich bereits aus Riga kannte, hinein in eine dieser typischen Unterführungen, in welcher unter einer viel befahrenen Straße Blumenhändler, Bäcker und Tabakhändler ihr Business betreiben und Straßenmusiker, Bettler und Wahlkämpfer die Nerven der Passanten strapazieren. Die Unterführung führte in einen riesigen Boulevard mit mehrspuriger Straße und Straßenbahntrasse in der Mitte, mit endlosen mehrstöckigen Wohngebäuden an den Seiten, wie es ihn nur in einem postsozialistischen Land geben kann.

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Ich befand mich nun also in der Antithese zu Danzig. Die Straßen waren voller Menschen, überall geschäftiges Treiben. Ich war begeistert. Ich erreichte das Warsaw downtown hostel, das in einem Hinterhof eines Wohn- und Geschäftshauses lag und das ich zuvor aufgrund seiner zentralen Lage, den niedrigen Preisen und den guten Bewertungen gebucht hatte. Beim Check-in begrüßte mich eine sehr freundliche Frau mit einem für mich nicht identifizierbaren Akzent, die mir sogleich meinen Schlafsaal und die Gemeinschaftsräume zeigte und mich auf die „socialising activities“ des Hostels aufmerksam machte, die jeden Tag unter einem anderen Motto in der Herberge stattfänden. Spätestens seit einem Pub Crawl in San Francisco, als ich nach einem Toilettengang in einer überfüllten Bar, in der Hardcore-Pornographie auf Bildschirmen gezeigt wurde, die Gruppe verlor und dann zusammen mit zwei freundlichen Österreicherinnen und einem durchgeknallten und nervigen Kanadier, der Gefallen an den Damen gefunden hatte, den Abend verbringen musste, schwor ich mir, diese Art von Veranstaltungen in Zukunft zu meiden. Nun ja, da es schon spät, ich von der Reise doch etwas ermüdet war und erste Anzeichen des Magen-Darm-Virus des Ungarn spürte, ließ ich mich dann doch zu einer Teilnahme hinreißen.

Der Abend stand unter dem Motto „Tapas and Sangria“, was ich in Warschau jetzt nicht unbedingt erwartet hätte. Es gab frisch zubereitete spanische Speisen und Sangria, dazu die üblichen oberflächlichen Gespräche zwischen den Anwesenden („Wher’re you from?“; „What are you doing in Poland?“; „What else are you going to do?“). Generell entsprach die Runde so ziemlich jedem Klischee eines Hostel-Aufenthaltsraums, man konnte sozusagen eine Sozialstudie der europäischen Traveller-Szene vorfinden. Der Australier, der während seines „year off“ durch Europa reist, dabei jedoch kaum etwas sieht, weil man ihn den ganzen Tag über im Hostel antrifft und nebenbei noch in einer boarding school in England Kinder betreut; die beiden mit riesigen Shopping-Taschen ausgestatteten amerikanischen Studentinnen, die momentan in Kopenhagen ein Austauschjahr einlegen, ständig „awesome“ sagen und sich Jogginghose tragend mit ihrem Iphone beschäftigen; der der brasilianischen Oberschicht angehörige Austauschstudent aus Stockholm, der Europa offenbar durchschaut hat und mit Anfang zwanzig vorgeblich alles über das Reisen weiß und auch zum besten gibt. Zu guter Letzt, der Klassiker: Der chronisch gut gelaunte Spanier, mit rein spanisch sprechender Entourage unterwegs, der mit einem standardmäßigen „Hey Guys! Where’re you guys from?“ das Gespräch reflexartig an sich zu reißen versucht und für überaus gute Laune sorgen will. Er verlässt die Veranstaltung immer zu dem Zeitpunkt, an dem ihm auffällt, dass seine aufdringliche Art bei den Leuten nicht ankommt. Dieser Punkt war diesmal zum Glück recht schnell erreicht.

Ich entschloss, mich einem Gespräch mit der netten Rezeptionistin zu widmen, die zugleich Organisatorin der Veranstaltung war. Ich erfuhr, dass die Dame vor wenigen Monaten aus Madrid nach Warschau gekommen war, was auch den speziellen Akzent erklärte und mich dann doch etwas überraschte. Auf die Frage hin, was sie zu diesem Schritt bewogen hatte, antwortete sie wie selbstverständlich: „Because I wanted to live in Warsaw.“ Sie erzählte, dass sie an verschiedenen spanischen Universitäten Public Relations studiert hatte und im Master Gender Studies. Ich fragte nach der Motivation für diesen von mir nicht sehr geschätzten, weil überhypten, Masterstudiengang. Antwort: „Because, i’m a feminist.“ Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die Feminismusdebatte der Gegenwart, bei der ich ob ihrer Militanz mehr und mehr entschied, mich zurückzuhalten und schließlich das Thema wechselte. Die Runde löste sich rasch auf. Nach dieser – wiederum ernüchternden – „socialising activity“ entschied ich, noch einen Spaziergang durch das nächtliche Warschau zu tätigen, bevor ich völlig erschöpft zu Bett ging.

Am nächsten Tag entschloss ich mich, an einer der kostenlos zur Verfügung gestellten Walking Touren teilzunehmen, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern täglich in den größten Städten Polens durchgeführt werden. Die Walking Touren werden zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten angeboten (so z. B. Polish cuisine and beer, Old town, Alternative Warsaw, Warsaw and Communism etc.) und finden sowohl in englischer als auch in spanischer Sprache statt. Ich entschied mich für die Besichtigung des Jewish Warsaw, was insbesondere die Begehung des ehemaligen Warschauer Gettos umfasste. Die Tour begann um 15.30h am Sigismund Denkmal in der Warschauer Altstadt. Ich hatte also noch etwas Zeit. Ich entschied, mir vorher noch die Altstadt anzusehen. So machte ich mich auf den 45-minütigen Fußweg vom sich in der südlichen Innenstadt befindlichen Hostel zur historischen Altstadt. Das Attribut „historisch“ ist hierbei relativ, da die Altstadt nach dem Zweiten Weltkrieg in den 1950er Jahren vollständig rekonstruiert wurde.

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An der Sigismund-Säule angekommen füllte sich rasch der Platz um die Stadtführerin herum mit ca. 30-40 Teilnehmern. Darunter waren insbesondere Touristen aus Deutschland, Brasilien und Spanien, aber auch Erasmus-Studenten aus Krakau. Beeindruckend war, dass sich auch zwei Damen älteren Semesters aus Israel in der Gruppe einfanden, die nach eigener Aussage „in the footsteps of our parents“ Warschau besichtigten. Angesichts der uns bevorstehenden Tour durch den Ort eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte wuchs meine Anspannung und Demut minütlich. Die Führerin gab der Gruppe eine kleine Einführung und wir zogen los. Die Führung sollte zweieinhalb Stunden dauern. Die Tour legte den Fokus auf die gesamte Geschichte der jüdischen Gemeinde Warschaus seit dem 12. Jahrhundert, den Schwerpunkt bildete dabei freilich der Holocaust. Wir lernten nun zunächst zahlreiche Fakten über die Entwicklung der jüdischen Gemeinde Warschaus kennen, deren Ursprünge und Ansiedlung, deren Lebensbedingungen im Königreich Polen, unter russischer Herrschaft usw. Wir erfuhren, dass die jüdische Bevölkerung Warschaus von einst 300000 auf nun wenige tausend sank und lediglich drei Synagogen im Großraum Warschau noch existieren. Wir betraten die Straße der Helden des Aufstands im Warschauer Getto, welche unter deutscher Besatzung die Grenze des Gettos bildete.

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Da vom eigentlichen Getto durch den Krieg nicht viel übrig geblieben ist, arbeitete die Führerin viel mit Bildern und der Vorstellungskraft der Teilnehmer. Je länger die Tour andauerte, desto ergreifender wurde die Besichtigung. Die Tour ging an einigen Denkmälern vorbei und führte zum neu erbauten „Museum of the history of the polish jews„, über das Denkmal des Aufstands im Warschauer Getto und schließlich zum „Umschlagplatz“. Spätestens bei der Besichtigung dieses ehemaligen „Umschlagplatzes“, von dem aus die Bewohner des Gettos nach Treblinka abtransportiert wurden, musste nicht nur ich schlucken.

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Denkmal des Aufstandes im Warschauer Getto am POLIN-Museum

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Denkmal am „Umschlagplatz

Die Führung endete am Willy Brandt-Platz an der Gedenktafel, auf dem sein berühmter Kniefall abgebildet ist.

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Da die Walking Tour umsonst ist und von einer Stiftung angeboten wird, werden am Ende noch Spenden eingesammelt. Ich gab 10 Zloty, bedankte und verabschiedete mich. Als Fazit kann ich sagen, dass ich die Besichtung absolut empfehlen kann. Die Führerin machte einen äußerst kompetenten Eindruck und arbeitete mit sehr viel Herzblut für ihr Thema und Hingabe zu ihrer Heimatstadt. Angesichts der aktuellen Flüchtlingsdebatte würde ich ferner jedem deutschen Staatsbürger, insbesondere sogenannten „besorgten Bürgern“ sowie AfD- und CSU-Wählern, ans Herz legen, diesen Ort des unbeschreiblichen Verbrechens an der Menschlichkeit zu besichtigen.

Glücklicherweise hatte das Museum der Geschichte der polnischen Juden (POLIN-Museum) samstags seinen langen Tag und noch bis 20 Uhr geöffnet, weshalb es sich noch lohnte, dieses architektonisch sehenswerte und inhaltlich unglaublich reichhaltige Museum zu besichtigen. Das Museum hat zwei Etagen, auf denen die gesamte Geschichte des Judentums in Polen vom 12. Jahrhundert an bis in die Gegenwart nachvollzogen wird. Auffallend dabei ist, dass das Museum immer wieder Individuen und deren Leben und Biographie vorstellt, um sich einerseits der Geschichte und andererseits der Lebensbedingungen der Menschen zu nähern, ferner jedoch auch die Individualität und Einzigartigkeit der einzelnen Menschen in den Vordergrund rückt. Das Museum ist technisch wie museumspädagogisch auf dem neuesten Stand und bietet eine unüberblickbare Vielzahl von Informationen, man könnte Tage darin verbringen. Ich musste also Schwerpunkte setzen. Ich entschied, mich vor allem dem 20. Jahrhundert zu widmen und durchquerte die ersten Räume relativ zügig, ohne jedoch die zentralen Informationen zu vernachlässigen. Die Ausstellung führte durch einzelne Räume, die originalgetreu mit Ausstellungsgegenständen ausgestattete Orte jüdischen Lebens in der Vergangenheit nachstellten, so etwa Salons, Fabrikhallen o. Ä. Spektakulär war die Nachbildung einer vollständigen Straße innerhalb des jüdischen Bezirks in Warschau vor 1939, welche unter dem Motto „Jewish street-life“ nicht nur per Projektion Häuser und geschäftiges Treiben nachstellte, sondern auch idealtypisch Geschäfte, Wohnhäuser und Gaststätten nachbildete. In einem Zwischenraum gab es eine Projektion der Ereignisse vom 1. September 1939, bevor die Einrichtung und Gebäudearchitektur zunehmend beklemmender wurde. Das Warschauer Getto war nun Thema des Museums. Durch beengte Gänge und winzige Nebenräume hindurch wurden hier eine Reihe an Einzelbiographien, Requisiten der deutschen Besatzer (etwa Erlässe, Straßenschilder, Informationsbriefe etc.) dargestellt, welche ein Panoptikum der herrschenden Bedingungen in diesem nur etwa drei Quadratkilometer großen Bezirk veranschaulichten. Mit originalen Bildaufnahmen aus dem Getto unterlegt, erzeugte die Besichtigung eine trostlose, beklemmende, traurige Stimmung, bevor mehrere Räume dann die Massenvernichtung in den polnischen Lagern Treblinka und Auschwitz-Birkenau ausführlich thematisierten. Unter dem Motto „hope“ wurde der Fokus dann noch einmal auf die Zeit nach dem Krieg gelegt. Ich muss sagen, dass das Museum jeden Zloty seines Eintritts wert war und das Gesamtkonstrukt des Zusammenspiels aus Architektur, Einrichtung, museumspädagogischem Konzept und würdevoller Darstellung der Ereignisse brillant umgesetzt wurde. Die vielen Informationen und Details, die liebevolle Herrichtung und Aufarbeitung der einzelnen Räume und die multimediale Umsetzung erzeugen einen Anspruch der Gesamtheit der Darstellung, bei dem jeder Museumsbesucher jedoch selbst entscheiden kann und muss, welche Schwerpunkte er setzt. Großartig.

Die zahlreichen Eindrücke musste ich erst einmal verarbeiten. Wo könnte ich das besser tun als im Warschauer Nachtleben? So ging ich vom Norden der Innenstadt zu Fuß wieder zurück ins Zentrum und hoffte, mir über meine Apps den Weg ins Ausgehviertel der Stadt zu bahnen, Das Hauptausgehviertel der Stadt liegt unweit des Bahnhofs und besticht durch eine Vielzahl an Bars und Clubs. Auffallend ist, dass es zwischen Hipster-Läden mit gefühlt eintausend verschiedenen Craft-Bier-Erzeugnissen, aufgestellten Tafeln, Geweihen an der Wand, unfreundlichen Bedienungen und grölendem Publikum auf der einen Seite und Proll-Schuppen, mit Cocktail Happy hour, Heizpilzen vor der Tür, Elektromusik und Stoffhose tragenden Türstehern wenig gibt. Eine von mir stets favorisierte Dive bar – es musste nur eine einzige sein – konnte ich auch nach tiefgehender Recherche nicht ausfindig machen. Ich nahm also Vorlieb mit einer kleinen Bar, in der man das Bier an einer Theke aus Plastikbechern bestellt und in der gut gelaunte jüngere Damen eisgekühlte Wodkaflaschen rundenweise leerten. Sowas wäre in Saarbrücken undenkbar… Nach zwei Bieren zog ich weiter und entdeckte das mir von der Rezeptionistin empfohlene alte Einkaufszentrum, in dem alle ehemaligen Geschäfte zu kleinen Bars umfunktioniert wurden. Klasse! Ich umrundete das gut besuchte und nicht überblickbare Terrain und gesellte mich mit einem Bier in das Treiben. Das Publikum war vollends gemischt, auffallend war, dass eine Reihe betrunken-pöbelnder Engländer zugange waren, aber auch Erasmus-Studenten (man erkennt sie daran, dass sie immer in größeren Gruppen vor den Kneipen stehen und ewig diskutieren, wo sie als nächstes hingehen) und Kleingruppen, die einen netten Abend miteinander verbringen wollten. Ich trank das eine oder andere Bier und kehrte von den Eindrücken des Tages überwältigt zum Hostel zurück.

Am nächsten Tag fuhr mein Zug um 13 Uhr vom Hauptbahnhof nach Posen. Nach dem Check-out blieb mir also noch etwas Zeit, welche ich im in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs befindlichen Warsaw Museum of Modern art verbringen wollte. Das Museum ist auf zwei Stockwerke aufgeteilt, im unteren Stockwerk gab es eine Ausstellung des slowakischen Künstlers Julius Koller. Koller ist als Künstler der Avantgarde zuzuordnen und übte auf diese einen großen Einfluss in den Ostblock-Staaten aus. Die Ausstellung umfasste vor allem den Bereich der Fotographie, mit welcher der Künstler die Themen Technik und Fortschritt und Sport thematisiert und diese zum Teil ironisch verzerrt spiegelt. Sehenswert!

Im oberen Stockwerk war eine Ausstellung der Werke Zofia Rydets, welche die polnische Gesellschaft zwischen 1978 und 1990 in einem Gesamtheitsanspruch über die Fotographie soziologisch darstellen will. Das Werk beinhaltet die Wohnverhältnisse der Polen in dieser Zeit, Berufsgruppen an ihrem Arbeitsplatz, die Rolle religiöser Symbole in den Wohnungen der Menschen (hier wurde ein Schwerpunkt auf Symbole des polnischen Papstes Johannes Paul II. ersichtlich), Schriftsteller an ihrem Arbeitsplatz sowie die Architektur von Eigenheimen in ländlichen Regionen. Durch die Fülle der Bilder, die transportierte Atmosphäre und die Ästhetik der ärmichen Behausungen war es mir möglich, ein Gefühl für die polnische Gesellschaft dieser Zeit zu erlangen. Beeindruckende Werkreihe!

Ich machte mich auf den Weg zum Bahnhof, wo mein Zug in Richtung Posen pünktlich eintreffen sollte. Die anschließende Zugfahrt sollte mir noch in Erinnerung bleiben.

Fortsetzung folgt.

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