12 Bars in Saarbrücken für jede Gelegenheit

Ich erinnere mich gerne daran, wie mein Kollege auf Kursfahrt in Prag im Frühjahr dieses Jahres in Anspielung auf meine – für ihn schwer nachvollziehbare – Vorliebe für Dive Bars auf einen Kanaldeckel im Boden zeigte und meinte, dahinter verberge sich die nächste gastronomische Einrichtung, in die ich ihn gleich hineinziehen würde. Nun gut, die Übertreibung hatte ihren Zweck erfüllt und zur allgemeinen Erheiterung beigetragen. Gleichzeitig muss ich jedoch zugeben, dass er so ganz Unrecht damit nicht hat…

Zeit für einen Überblick über die Kneipenlandschaft in Saarbrücken. Hier meine Top 12 Bars in Saarbrücken und meine – subjektive – Sichtweise dazu. 

1. Kurze Eck

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Nur einmal am Wochenende zu empfehlen (meist freitags, komischerweise ist die Klientel samstags eine andere und herumschreiende Kicker-Spieler vermiesen häufig die Atmosphäre); anspruchsvolles, bourgeoises Publikum (von manchen nicht ganz zu Unrecht als Lehrer-Kneipe verschrien); außerordentlich schwierig, Unbekannte vor Ort kennenzulernen; nichtsdestotrotz nach wie vor mit der beste Laden für ein gepflegtes Zwickel mit Freunden, auch late night; Musik in angenehmer Smalltalk-Lautstärke mit reichlich Shazam-Potenzial. Die kompletteste aller Bars in Saarbrücken.

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2. Karate Klub Meier

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Institution im Nauwieser Viertel; dunkle und vernebelte Kneipe, wo man Flaschenbier und braunen Schnaps zu sich nimmt; ostasiatische Kampfssportfilme auf Bildschirmen, Musik eher aus der Punk- und Punkrock-Ecke; an guten Tagen kann man den ganzen Abend bleiben. Immer wieder gerne.

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3. Synop

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Immer irgendwo zwischen prollig und cool gelegen hat es der Ort (auch infolge der letzten Renovierung) geschafft, eine einzigartige und stylische Bierkneipe gehobeneren Standards zu werden. Oft Live-Konzerte an Wochenenden (Genres von Rock/Metal über Jazz bis hin zu Elektro) mit großer Bierauswahl, Besucherterrasse und Wohlfühlatmosphäre, solange die Handballvereine weiterhin draußen bleiben. Auf dem aufsteigenden Ast.

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4. Gasthaus Bingert

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Traditionell linksalternativer Laden mit Holzvertäfelungen; ideal für die ersten Biere (und Obstbrände) des noch jungen Abends; angenehm gemischtes Publikum und stets professionelle Bedingungen; mit Abstand entspanntester Laden des Nauwieser Viertels. Der Dauerbrenner ist ganz vorne dabei.

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5. Die Winzer

Als „Kunst- und Kulturclub für Weinliebhaber“ deklariert; buntgemischtes und gut gelauntes Publikum in rustikalem Ambiente und bester Atmosphäre bei Bier, Wein und Schnaps an allen Wochenenden, spät nachts häufig Disco-Fox-Tänze zu Schlagermusik; gut gelaunte und sehr freundliche Bedienung, die sich immer liebevoll um ihre Gäste kümmert; Zitat: „So waren die Kneipen früher.“; Zitat von mir: „So werden sie hoffentlich auch noch lange bleiben.“

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6. Tante Anna

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Tagsüber-Bar; eher steriles Ambiente mit hellem Licht; sehr sympathisch, dass der Inhaber kein Cola-Bier verkauft (obwohl er freilich über die notwendigen Zutaten verfügt, vermutlich will er so unerwünschte Klientel von seinem Laden fernhalten), gutes ausliegendes Zeitungsangebot, hervorragender Kaffee; schöne Tische im Freien; ab und zu Live-Musik im dafür zu kleinen Gastraum; Kunst zum Verkauf an der Wand; ab und an Perlen auf der Playlist. Tagsüber perfekt, abends eine Wundertüte.

7. Wally’s Irish pub

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Bestes Irish Pub der Stadt, angenehm authentische Pub-Atmosphäre, Live-Musik und Whisky special an Sonntagen (wo gibt es das sonst?); Publikum aufgrund der Lage am Markt häufig bestehend aus Laufkundschaft; unprätentiöse, meist professionelle Bedienungen. Kann man nie etwas mit falsch machen.

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8. Horst

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Traditionsreicher Rock- und Metalschuppen, von vielen nicht ganz zu Unrecht verschmäht als „Heavy metal auf dem Dorfe“-Krawallladen; nichtsdestotrotz nach wie vor ein Ort, um sich bei Flaschenbieren, Jägermeister und dichtem Zigarettenqualm die Zeit zu vertreiben, bevor man weiterzieht. In der richtigen Stimmung der richtige Ort, um in Fahrt zu kommen.

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9. Jules Verne

Etwas klischeemäßig (kein Schild draußen, industriell und mit allerhand Holz und Accessoires gestaltetes Interieur, Kerzenlicht und Tafelbeschriftungen); ab und an Live-Konzerte, eklektisches Publikum mit hohem Anteil  avantgardistisch-subkulturell orientierter Klientel; trotzdem ein feiner Ort zum Verweilen, vor allem bei geöffneten Fenstern und gutem Wetter zur Mainzer Straße hin. Eine Bereicherung für Saarbrücken.

10. Fleur de bière

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Man beachte die Dekoration der Decke; ideal für unter der Woche und zum Fußball gucken; hoher Anteil an Stammkundschaft; an Wochenenden weniger zu empfehlen, sehr junge Klientel mit teils unentspanntem Benehmen. Hat trotz Bekanntheit aus dem Tatort nichts von ihrem Flair verloren.

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11. Nilles

Zwischen Hartz IV-Empfänger, Arbeiter, Student und Nachbarschaftsinitiativen-Vorstand alle gesellschaftlichen Gruppen in der „Kneipe der Hoffnungslosigkeit“ vertreten; an Tagen außerhalb der Rush hour in der Late night der Wochenenden oft unentspannt, ansonsten nicht umsonst absolute Kult-Kneipe des Nauwieser Viertels mit eigener Merchandising-Linie („Nilles Saarbrooklyn“) und Wirt, der Gäste nach wie vor mit Handschlag begrüßt; regelmäßig auch Live-Konzerte; nichts für schwache Gemüter. Hoher Erlebnisfaktor.

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12. Zum Elefanten

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Dive Bar wie aus dem Bilderbuch; gut gelegene Nachbarschafts-Eckkneipe; Interieur im 80er Jahre-Flair, als wäre die Zeit stehen geblieben; keine Musik und meist Totenstille, obwohl Gäste rund um den Tresen sitzen; im Alltag unterschwellige Aggression spürbar; kritische Blicke bei Eintreten, da von der Stammkundschaft keinerlei weitere Gäste erwünscht; ideal für Flaschenbier, klare Schnäpse und Jukebox. Bierkneipe. Nicht mehr und nicht weniger.

Bildquellen und Copyright: Kohsmopolit

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